Gaucho Gaucho
Michael Dweck, Gregory Kershaw, Argentine, USA, 2024o
Au pied des Andes argentines vit une petite communauté de gauchos, familles de cavaliers et d'éleveurs, profondément attachés à la nature et à leurs traditions. Alors que la génération plus âgée transmet son savoir et ses coutumes, ses descendants cherchent à s'adapter avec leur culture à un monde en pleine mutation.
Im Nordwestzipfel von Argentinien, 1700 Kilometer von Buenos Aires, lebt an den Ausläufern der Anden eine Gemeinschaft lateinamerikanischer Cowboys. Mit der Selbstbezeichnung «Gaucho Gaucho» geben sie zu verstehen, dass sie keine Kleiderständer für Touristenfotos seien, sondern die letzten Echten ihrer Art: Männer und Frauen mit wettergegerbten Gesichtern, die auf Pferden und in endlosen Weiten zu Hause sind, ihre Kälber vor Trockenheit und mächtigen Kondoren schützen, lieber trinken als reden und ab und zu ein Rodeo reiten, für das es Hoden aus Stahl braucht – oder aber ein Machomädchen wie die junge Guada, die das Gaucho-Brauchtum zum Stolz ihres Vaters weiterpflegen will und gleich mit der Verweigerung der Schuluniform anfängt. Das amerikanische Dokumentaristen-Gespann Michael Dweck und Gregory Kershaw setzt dieser Handvoll Originale ein exquisites filmisches Denkmal, wie sie es schon in The Truffle Hunters mit kauzigen alten Männern und deren Hunden im Piemont taten – diesmal in hochnuancierten, gestochen scharfen schwarzweissen Cinemascope-Bildern, vor deren Kunstfertigkeit allein man schon auf die Knie gehen möchte. Natürlich haben diese ausgeklügelten Kompositionen ihren Preis: Der Film kommt nur langsam in Gang und verweigert uns fast durchs Band das gängige «direct cinema», welches den Eindruck erweckt, dass gar keine Kamera da sei und man unmittelbar am Leben der Porträtierten teilhabe. Gerade die offensichtliche Nachinszenierung erweist sich schliesslich als der eigentliche geniale Dreh von Dweck & Kershaw. Sie zeigen ihre Figuren als lebende Legenden und lassen sie mit anfänglich unmerklichem, dann immer deutlicherem Schalk quasi vorspielen, wie sie zusammen arbeiten, reden oder sinnieren: eine Lebensweise, wie es sie kaum mehr gibt, dokumentarisches Filmen im Imperfekt.
Andreas FurlerGalerie photoso
